ImPArt

Mit dem europäischen Projekt ImPArt haben wir Barrierefreiheit weiter gedacht. Sie wird zur Quelle der Inspiration und lädt zum Experiment ein. Gemeinsam mit internationalen Kulturschaffenden mit und ohne Behinderung aus verschiedensten Sparten begaben wir uns auf eine Forschungsreise, die das enorme künstlerische Potential eines barrierefrei gedachten und praktizierten Kunstverständnisses entdeckt, ausschöpft und erfahrbar macht.

2018 ALL IN Symposium in Köln. Viele Menschen sitzen im Theater und warten bis das Symposium los geht. Der Raum ist dunkel.
Claire Cunningham steht da. Nur ihr Oberkörper und ein Stück von ihren Beinen ist auf dem Bild zu erkennen. Sie streckt ihren rechten Arm in die Luft. Mit dem rechten Arm hält sie ihre Krücke fest. Die Krücke ist hinter ihr, auf ihrem Rücken. Sie hat die Augen geschlossen.
Das Foto zeigt sechs Menschen die in einem Kreis stehen und sich an den Händen halten. Das Foto zeigt eine Szene aus unserem international LAB.
Auf dem Boden liegen Menschen. Im Fokus des Bildes ist eine Frau. Sie liegt auf dem Rücken und hat ihre Beine nah am Körper. Mit beiden Armen umschlingt sie ihre Beine. Sie hat die Augen schlossen.
5 Frauen testen die Untertitel-Brillen von Panthea, beim ALL In Symposium 2018.
Menschen liegen am Boden und stretchen/strecken sich.
ALL IN: Symposium / Foto: Meyer Originals
ALL IN: Symposium / Foto: Meyer Originals
International LAB / Foto: Almut Elhardt
ALL IN: Symposium / Foto: Meyer Originals
ALL IN: Symposium / Foto: Meyer Originals
ALL IN: Symposium / Foto: Meyer Originals
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Neue künstlerische und ästhetische Perspektiven und Ansätze entstehen.

Projektlaufzeit: Frühjahr 2018 bis Herbst 2020

Wenn heute von Barrierefreiheit in den Künsten die Rede ist, geht es meist um Audiodeskriptionen, Übertitelungen oder Gebärdensprachedolmetschung, die als Fremdkörper außerhalb der Inszenierung stehen. Das Werk wird objektiviert, ohne emotionale, künstlerische Ebenen mit einzubeziehen. Menschen mit Behinderung werden als Rezipienten eines Teils der ästhetischen Erfahrung beraubt und den Künstler:innen wird die Möglichkeit, barrierefreie Werke zu schaffen, gar nicht erst eingeräumt.

Wir haben uns mit ImPArt das Ziel gesetzt, neue, kreative Ansätze zu finden, die es ermöglichen, ein künstlerisches Produkt für alle Menschen gleichberechtigt erlebbar zu machen. Dabei ist eine Frage zentral: Wie können wir Hilfsmittel so nutzen, dass sie Teil der Inszenierung sind, somit selbst zur Kunst werden und durch ihre eigenen ästhetischen Möglichkeiten das Kunstwerk bereichern?

Unser Ansatz betrachtet Barrierefreiheit als Impuls für Innovation im künstlerischen Prozess. Wir glauben, dass wir Wege finden, z.B. gehörlosen Menschen Zugang zu Musik ermöglichen, Sprache auf der Bühne auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen verständlich zu machen oder die künstlerische Qualität eines Monologs in eine Visualisierung seines Inhalts zu übersetzen. Dahinter steht die Überzeugung, dass Kunst zugleich komplex, subtil und für uns alle zugänglich sein kann, ohne an Qualität zu verlieren. Vielmehr sind wir überzeugt, dass dieser Auseinandersetzung die Chance innewohnt, für Werk und Prozess neue Qualitäten hinzuzugewinnen.

Workshops, Masterclasses, Symposien, Summits und Kreativlabore in Armenien, Deutschland, Griechenland und Italien haben innovative Wege der Inklusion in den Künsten aufgezeigt. Teilnehmende waren Künstler:innen und Expert:innen unterschiedlicher Disziplinen, darunter Tanz, Theater, Musik, Video und Poesie. ImPArt ermöglicht es uns, Bühne neu zu denken, Gedanken und Ansätze auszuprobieren.

Ergebnis und künstlerischer Ausdruck dieser Forschungsreise waren drei interdisziplinäre Performances (Re:construction, Gravity, The Little Prince), die in der Greek National Opera, in Athen im September 2019 Premiere feierten. Seitdem touren sie durch Deutschland, Italien und weiteren Länder und werden einem breiten europäischen Publikum präsentiert. Dadurch wird der innovative künstlerische Ansatz von »Aesthetics of Access« verbreitet und gleichberechtigte Teilhabe an Kunst und Kultur für alle gefördert.

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