ImPArt

Mit dem europäischen Projekt ImPArt denken wir Barrierefreiheit weiter. Sie wird zur Quelle der Inspiration und lädt zum Experiment ein. Gemeinsam mit internationalen Künstlern mit und ohne Behinderung aus verschiedensten Sparten befinden wir uns auf einer Forschungsreise, die das enorme künstlerische Potential eines barrierefrei gedachten und praktizierten Kunstverständnisses entdeckt, ausschöpft und erfahrbar macht.

Neue künstlerische und ästhetische Perspektiven und Ansätze entstehen.

Projektlaufzeit: Frühjahr 2018 bis Herbst 2020

Wenn heute von Barrierefreiheit in den Künsten die Rede ist, geht es meist um Audiodeskriptionen, Übertitelungen oder Gebärdensprachedolmetscher, die als Fremdkörper außerhalb der Inszenierung stehen. Das Werk wird objektiviert, ohne emotionale, künstlerische Ebenen mit einzubeziehen. Menschen mit Behinderung werden als Rezipienten eines Teils der ästhetischen Erfahrung beraubt und den Künstlern wird die Möglichkeit, barrierefreie Werke zu schaffen, gar nicht erst eingeräumt.

Wir haben uns mit ImPArt das Ziel gesetzt, neue, kreative Ansätze zu finden, die es ermöglichen, ein künstlerisches Produkt für alle Menschen gleichberechtigt erlebbar zu machen. Dabei ist eine Frage zentral: Wie können wir Hilfsmittel so nutzen, dass sie Teil der Inszenierung sind, somit selbst zur Kunst werden und durch ihre eigenen ästhetischen Möglichkeiten das Kunstwerk bereichern?

Unser Ansatz betrachtet Barrierefreiheit als Impuls für Innovation im künstlerischen Prozess. Wir glauben, dass wir Wege finden, z.B. gehörlosen Menschen Zugang zu Musik ermöglichen, Sprache auf der Bühne auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen verständlich zu machen oder die künstlerische Qualität eines Monologs in eine Visualisierung seines Inhalts zu übersetzen. Dahinter steht die Überzeugung, dass Kunst zugleich komplex, subtil und für uns alle zugänglich sein kann, ohne an Qualität zu verlieren. Vielmehr sind wir überzeugt, dass dieser Auseinandersetzung die Chance innewohnt, für Werk und Prozess neue Qualitäten hinzuzugewinnen.

Workshops, Masterclasses, Symposien, Summits und Kreativlabore in Armenien, Deutschland, Griechenland und Italien werden innovative Wege der Inklusion in den Künsten aufzeigen. Teilnehmer sind Künstler und Experten unterschiedlicher Disziplinen, darunter Tanz, Theater, Musik, Video und Poesie. ImPArt ermöglicht es uns, Bühne neu zu denken, Gedanken und Ansätze auszuprobieren. Ergebnis und künstlerischer Ausdruck dieser Forschungsreise werden interdisziplinäre Performances sein.

Ab Sommer 2019 werden die Arbeiten einem breiten Publikum vorgestellt. Premiere der Performances ist in Athen, Griechenland. Anschließend touren wir durch Deutschland, Italien und weitere europäische Länder.

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