Re:construction

Ist eine multimediale Reflexion über die Grenzen der Sprache und über die Ohnmacht, das eigene Empfinden zu äußern. Die Ausstellung thematisiert diese Sprachlosigkeit, die unabhängig ist von körperlichen Barrieren, als Keimzelle kreativen Schaffens.

Kunstschaffende mit einzigartigen Erfahrungen und Perspektiven produzieren neue und einzigartige Kunst.

Mittels Videos, Sprache, Soundräumen, performativen Fragmenten und Interaktionen entwirft Re:construction eine szenische Landschaft, die den Besucher zur Projektion seiner eigenen Erzählung einlädt. Sprachlosigkeit entsteht in Bereichen, die jenseits des rein Rationalen, jenseits unserer Kontrolle liegen: Angst, Sexualität, ein Nahtoderlebnis, ein Unfall, Verlust oder Musik. Auch wenn unsere Sprache nicht ausreicht, um diese Bereiche zu erfassen, lässt uns unsere Wahrnehmung sie nicht ignorieren.

Art des Werkes: Internationale performative Multimedia-Installation
Dauer: Flexibel, die Ausstellung kann dauerhaft laufen, die Performance in der Ausstellung kann am Stück ca. 1h gespielt werden, oder versetzt über einen längeren Zeitraum.
Altersempfehlung: 12+
Gesprochene Sprache: Englisch

Trailer

Termine

14. bis 18. Mai 2020 // Teil des Sommerblut Festival
Ort: Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3, 50670 Köln
Weitere Informationen: hier

30.10.2019 // Oper Köln

Premiere: 8. September 2019, Alternative Bühne an der Griechischen Nationaloper, Stravros Niarchos Kulturzentrum

Team

Konzept & Regie: Nikolas Jürgens (DE) & Nils Rottgardt (DE) – Performer: Lucy Wilke (DE) & Max Greyson (BE) – Audio-Konzept & Audio-Design: Markus Brachtendorf (DE) – Künstlerische Mitarbeit: Bernard Mescherowsky (DE) – Text: Max Greyson (BE), Nikolas Jürgens (DE), Nils Rottgardt (DE), Lucy Wilke (DE) – Videoperformer: Tamara Aydinyan (AM), Sarah Bockers (DE), Dodzi Dougban (DE), Andrea Eberl (DE), Max Greyson, Sabine Lindlar (DE), Bernard Mescherowsky (DE), Wagner Moreira (DE), Aristide Rontini (IT), Max Schweder (DE), Filippos Zoukas (GR) – Videoperformer Internationale Gebärdensprache: Rafael Grombelka (DE) – Videoperformer Visual Vernacular: Eyk Kauly (DE) – Kamera: Bernard Mescherowsky (DE) – Sprecher: Emma Gilkinson (NZ), Jeremy Nicholl (UK), Tamara Aydinyan (AM), Steffen Reuber (DE) – VFX- Künstler: Tim Stadie (DE) – Kostüm & Bühnenbild: Sarah Haas (DE) – Berater für sehbeeinträchtigtes Publikum: Franziska Wilke (DE) – Creative Producer: Lisette Reuter (DE)

Access

Im Zentrum der Konzeption der Ausstellung stehen die Fragestellungen: Wo können neue, kreative Ansätze entwickelt werden, um ein Werk für jeden Rezipienten, ob mit oder ohne Behinderung, gleichberechtigt erlebbar zu machen? Wie weit kann Kunst überhaupt durch Hilfsmittel (z. B. Audiodeskription, Gebärdensprache etc.) übersetzt werden, ohne zu verlieren? Wie können die ästhetischen Ebenen dieser Hilfsmittel so genutzt werden, dass sie Teil der Inszenierung und damit keine Hilfsmittel mehr, sondern Bestandteil der Kunst sind?
Ein internationales, inklusives Kreativteam von Künstlern und Experten hat sich diesen ambitionierten Fragestellungen aus unterschiedlichen Richtungen genähert. Zum einen durch die inhaltliche Setzung: Die Begrenztheit von Sprache im Angesicht emotionaler Grenzerfahrungen ist ein Phänomen, das unabhängig von sprachlichen Mitteln und körperlichen Einschränkungen für jeden Menschen gleichermaßen erfahrbar ist. Das allgemein gültige Dilemma wird zum Ausgangspunkt einer gleichberechtigten, kreativen Suche nach Alternativen zur Versprachlichung.
Eine weitere Annäherung erfolgte über die Strategie der individuellen Zugänge: Re:construction ist als szenische Landschaft angelegt, die bewusst auf die Lenkung des Besuchers durch die Ausstellung verzichtet und keine Chronologie der Bild-, Ton- und Performancefragmente anbietet. Der Besucher ist darauf zurückgeworfen, sein ganz eigenes Narrativ zu bilden, eine suchende Haltung einzunehmen und sich einem persönlichen, emotionalen Zugang zu öffnen. Dabei trifft er immer wieder auf Zugänge, die ihm verschlossen bleiben, die Barrieren darstellen (eine Tafel in Braille-Schrift, unkommentierte Videos in internationaler Gebärdensprache, ein Video in der poetischen Gebärdensprache Visual Vernacular, ein Video ohne Ton, Schrift etc.).
Damit wird bewusst dafür sensibilisiert, dass jedem Menschen, ob mit oder ohne Einschränkung, der direkte Zugang zu Bild-, Audio-, oder Performancearbeiten verstellt sein kann und letztlich jeder zwangsweise nur subjektiv-begrenzte Mittel in der Decodierung von Wirklichkeit mitbringt. Die Strategie der individuellen Zugänge ist gleichsam eine mögliche Antwort auf die Frage nach den Grenzen einer barrierefreien und allgemeingültigen „Übersetzung“ von Kunst.
Besonders in Hinblick auf blinde Besucher bietet die Ausstellung, verschiedene Angebote von Audiodeskriptionen, die oftmals eine eigenständige und fast poetische Position einnehmen, die sich in ihrer Ästhetik immer aus dem Werk selbst speist. Für blinde Besucher gibt es außerdem ein auf dem Boden angebrachtes Leitsystem, das die Wege in der Ausstellung mit einem Blindenstock „fühlbar“ macht.
Die Performance ist eine Relaxed Performance.

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