Vier intensive, inspirierende Tage in Remscheid liegen hinter uns. Im Mittelpunkt des Kreativ-Labors stand die Frage, wie künstlerische Arbeit aus behinderter Perspektive gestärkt, vertieft und selbstverständlich Teil unserer Kulturlandschaft werden kann.
Hierfür haben wir fünf Expert*innen aus UK und Deutschland eingeladen, die allen Teilnehmenden Einblick in ihre künstlerische Praxis gegeben haben und auch in ihren Arbeitsalltag in Organisationen, die von Disabled Leadership profitieren. In kleinen und größeren Gruppen arbeiteten die Teilnehmer*innen dann gemeinsam methodisch und künstlerisch. Dabei wurden Ideen ausprobiert, reflektiert und Zukunftsbilder entworfen. Eine Zukunft, in der wir alle verschieden sein dürfen, uns mit Respekt begegnen und von unseren Unterschieden lernen können.
Einen großen Teil der Zeit nahm die praktische künstlerische Arbeit ein. In verschiedenen Tanz- und Theaterworkshops entwickelten die Teilnehmer*innen Szenen, improvisierten mit Gegenständen, schrieben Szenarien und erprobten diese im Spiel. Besonders spannend war die künstlerische Arbeit an folgenden Fragen: Was haben wir noch nie auf der Bühne gesehen, obwohl es dort hingehört? Welche Bilder und Geschichten fehlen uns noch? Diese Ideen wurden dokumentiert und zum Ausgangspunkt weiterer künstlerischer Prozesse.
Es ging auch intensiv um Strukturen und darum, wie behinderte Künstler*innen künstlerische Prozesse selbst gestalten, leiten und nachhaltig Strukturen verändern können und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Können Disabled Leadership und Konzepte wie Crip Time in Kulturorganisationen zur Selbstverständlichkeit werden? Spoiler: Ja, das geht!
Was für uns in den vier Tagen allerdings auch deutlich wurde: Orte wie das Kreativ-Labor sind eine Parallelwelt. In der Kulturlandschaft und generell in unserer Gesellschaft sieht es leider ganz anders aus. Bis behinderte Perspektiven wirklich mitgedacht werden und Künstler*innen mit Behinderung ihren festen Platz in der Kultur haben, besonders in Leitungspositionen, ist es noch ein weiter Weg.
Inklusion endet nicht bei der Einladung an den Tisch. Sie beginnt dort, wo Entscheidungsmacht geteilt wird und wo behinderte Menschen Kultur nicht nur mitgestalten, sondern mitbestimmen.
Das Kreativ-Labor fand im Rahmen des Projektes Access Maker – Innovationshub statt und wurde gefördert von: