Über das LABOR

Wie wird eine Konzertperformance erfahrbar für ein Taubes Publikum?

Im Rahmen der Wiederaufnahme des interdisziplinären Projekts Dreamteam probieren die Residenzkünstler*innen des uBu Kollektivs gemeinsam mit dem Tauben Musiker Matthias Ranner verschiedene barriereabbauende Maßnahmen aus.

Der Fokus liegt auf der Integration von Perspektiven aus einer künstlerischen Residenz, die sich mit der Musik aus der Sicht von Tauben Menschen beschäftigt. Eine zentrale Frage ist, wie performative Elemente wie Kostüm, Bewegung und Klang nicht nur ästhetisches Mittel, sondern zunehmend zur ästhetisch-funktionalen Technologie werden können, um Musik auch für Taubes Publikum zugänglich zu machen. Ein wichtiger Bestandteil des Prozesses ist der Abbau von Barrieren durch den Austausch mit Menschen, die unterrepräsentierte Perspektiven mitbringen. Neues Wissen wird nicht nur von einzelnen Teammitgliedern erarbeitet, sondern mit dem gesamten Ensemble geteilt. Nur so kann ein gemeinsames Bewusstsein und eine Sensibilisierung für die sozialen und politischen Dimensionen von Musik geschaffen werden. Im Fokus steht der Dialog mit dem Tauben Musiker/Performer Matthias Ranner, um eine Weiterentwicklung der Konzertperformance “Dreamteam” zu erarbeiten. Dabei sollen Matthias Ranners Arbeitsweisen in die Performance integriert und barriereabbauende Maßnahmen in der Musik aus Tauber Behinderungsperspektive umgesetzt werden.

Gefördert durch den Diversitätsfonds des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Sharing

Am Donnerstag 13.08. um 18 Uhr im Un-Label Studio

uBu, ein Ensemble zwischen Musik und Tanz, und Matthias Ranner, Tauber Künstler im Bereich der Vibrik, forschen seit November 2025 zu Berührungspunkten zwischen ihren Arbeitsfeldern. In einem öffentlichen Sharing im Un-Label Studio geben sie Einblicke in den Arbeitsprozess ihrer viertägigen Residenz, in deren Rahmen sie Subwoofer, Vibrationsboden und vibrierende Wearables als gemeinsamen Erfahrungsraum und zur Entwicklung geteilter Arbeitsweisen erforschen.  Dabei soll das Sharing Gelegenheit sein für Feedback über die Möglichkeiten dieses Wahrnehmungsraums aus diversen Publikumsperspektiven.

Der Eintritt ist frei. Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um eine Reservierung unter julia.maedrich@ensembleubu.com

Wir freuen uns auf euch!

Über das Ensemble

Acht Personen blicken mit neutralem Gesichtsausdruck frontal in die Kamera, ihre Oberkörper sind vor schwarzem Hintergrund kaum sichtbar.

uBu, Ensemble für neue Konzertperformances, erforscht Musik als körperliches und soziales Ereignis. Gegründet 2016 in Köln, besteht uBu aus drei Musiker*innen, drei Tänzer*innen und einer Kostümkünstlerin. Die Neuinterpretation von B.A. Zimmermanns ballet blanc „Présence“ brachte den Pergamenschikow-Preis 2016 und einen Auftritt bei den Schwetzinger Festspielen. Es folgten Werke wie Vladimir Guicheff-Bogaczs „La Palanca“ (2018) und Huihui Chengs „Calling Sirens“ (2019). 2022 initiierte uBu die Reihe „Mutants in Music“, die etwa jährlich in der TanzFaktur Köln, im Frankfurt LAB und im resonanzraum Hamburg stattfindet. Die erste Ausgabe „Minimal Dominion“ (mit Komponist Ui-Kyung Lee und Choreografin Naïma Mazic) knüpfte an eine Recherche an, aus der 2021 bereits eine 360°-Musikvideoserie in den Räumen der Kölner Philharmonie entstand. Nach „Mutants in Music: II. Becoming uBu“ (2023) und „Vom Hören und Feen – pas de concert“ (2024) folgt nun im Frühjahr 2025 „Mutants in Music: III.  Dreamteam“.

Credits: Niclas Weber