Im Rahmen ihrer Residenz richtet das Team der Serie CRIPS einen Writers’ Room ein – ein kreatives Labor, in dem an der Weiterentwicklung und Konzeption der Dramedy-Serie gearbeitet wird. Jan Kampmann (Creative Lead) und Leonard Grobien gestalten das Labor und laden ein großartiges künstlerisches Team ein, um gemeinsam den kreativen Prozess zu gestalten. Im September sind die Künstler*innen im Rahmen des Labors für inklusive Kultur (L.I.K.) zu Gast im Studio von Un-Label.
Über die Residenz
Drei Millennials mit körperlicher Behinderung stellen fest, dass sie ihr eigentliches Leben bislang nur vertagt haben. Beruf, Beziehungen, Träume – alles bleibt unangetastet, bis ein Feueralarm ihre Wege kreuzt. Aus einer absurden Zufallsbegegnung wird eine intensive Freundschaft: Zusammen navigieren sie durch Beziehungschaos, Alltagsbarrieren und innere Krisen. Statt Held*innenreise gibt’s hier Gruppenfahrt – denn manchmal geht’s gar nicht darum, sich selbst zu finden, sondern Menschen, die da sind, wenn’s brennt.
CRIPS ist eine Dramedy-Serie über ein spätes Coming-of-Age – zwischen Sehnsucht, Selbstzweifeln und dem Versuch, mit über 30 doch noch Hauptfigur im eigenen Leben zu werden. Komisch, berührend, gesellschaftskritisch: Eine Geschichte, die dahin geht, wo’s wehtut, wo wir lachen müssen – und merken, dass beides manchmal sehr nah beieinander liegt.
„CRIPS ist mehr als eine Serie. CRIPS ist ein issing link. Zwischen den wenigen, oft mitleidigen oder klischeehaften Figuren mit Behinderung auf dem Bildschirm – und den Millionen Menschen mit Behinderung in der echten Welt. Zwischen Cringe, Comedy und Care. Zwischen Selbst- und Fremdbild. Wir sind überzeugt: Humor ist das schärfste Werkzeug, um starre Bilder aufzubrechen. Nicht, indem wir über die Crips lachen – sondern mit ihnen. Nicht, indem wir Heldinnen erschaffen, die „trotz“ ihrer Behinderung stark sind – sondern Menschen, die gleichzeitig stark und schwach, lustig und traurig, laut und leise sind. Menschen, deren Leben messy, widersprüchlich, berührend und ganz schön komisch ist.
CRIPS erzählt nicht über Behinderung, sondern durch sie hindurch. Mit Figuren, die nie nur „das behinderte Extra“ sind, sondern selbst Regie führen, wenn’s drauf ankommt. Eine Serie, die nicht aufklären will – sondern ansteckt.
Wir wollen, dass Menschen ohne Behinderung CRIPS sehen und lachen, fühlen, weinen – und dann irgendwann merken: „Stimmt, das sind ja Crips. Fast vergessen.“ Das ist unser Ziel. Sichtbarkeit, die nicht aus Defiziten besteht, sondern aus Leben. Und wir machen das nicht, weil es gerade Trend ist. Sondern weil es längst Zeit ist.”
Jan Kampmann – Creator, Creative Lead
Der Writers Room der Serie CRIPS ist Teil des NEST-Programms der MOIN Filmförderung und wird von der Claussen-Simon-Stiftung unterstützt.
Künstler*innen
Jan Kampmann (Idee, Konzept, Creative Lead, Schauspiel) hat sich in den letzten drei Jahren zu einer der bekanntesten Stimmen im deutschsprachigen Crip-Unterhaltungskosmos entwickelt. Er spielt, schreibt und spricht – immer mit doppeltem Boden, was Humor und Haltung betrifft. Zu seinen letzten Produktionen gehören ARD- und ZDF-Serien sowie Fernsehfilme, eine deutsche Uraufführung am Theater Altes Heizkraftwerk in Hamburg, Performances im öffentlichen Raum wie auch selbstgeschriebene Bühnenstücke. Außerdem entwickelt Jan eigene Stoffe, berät Produktionen zum Thema Anti-Ableismus, gibt Diversity-Workshops und ist Botschafter für u. a. Filmmakers .
Jan Kampmann
Leonard Grobien
Leonard Grobien (Regie, Konzept) schreibt und realisiert Filme, spielt vor der Kamera und auf der Bühne. Außerdem berät er Drehbücher und Filme im Hinblick auf Barrierefreiht. Er hat 2023 an der Internationalen Filmschule Köln (ifs) seinen Abschluss in Drehbuch gemacht und lebt in Berlin. Mit seiner Firma Aura Film (aura.film) hat er mehr als acht Kurzfilme produziert. Leonard moderierte 2019 den für den Grimme Preis nominierten YouTube Kanal »100 percent me« von FUNK. Als Schauspieler arbeitet er als Gast am Schauspielhaus Wien, dem Theater an der Ruhr, dem Theater Hagen und stand 2024 in der Un-Label Produktion „24 Hebel für die Welt – Berichte aus der Winterreise“ (Koproduktion mit dem Beethovenfest Bonn) auf der Bühne. Produktionen an denen Len beteiligt ist, wurden zu Festivals in Graz, Bremen, Mainz, Heidelberg und Berlin eingeladen.
Yulia Yáñez Schmidt
Yulia Yáñez Schmidt (Schauspiel) ist in Köln geboren und aufgewachsen. Sie studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Köln, bevor sie von 2019 bis 2022 ihre Schauspielausbildung im Inklusiven Schauspielstudio am Schauspiel Wuppertal absolvierte. Ihre Arbeiten als Schauspielerin sind geprägt durch die immersiven Performance-Installationen des dänisch-österreichischen Kollektivs SIGNA, mit denen sie an unterschiedlichen Häusern in Deutschland, Österreich und Dänemark gastierte. Von 2022 bis 2023 gehörte sie dem Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses an. Seit 2024 arbeitet sie als Schauspielerin überwiegend im TV-Bereich.
Lorelei Holtmann
Lorelei Holtmann (Sensitivity Reading, Konzept) ist Schauspielerin und Autorin. Als Sensitivity Readerin begleitet sie die Figurenentwicklung mit Fokus auf Diversität und Diskriminierungssensibilität. Sie bringt eigene CRIP-Erfahrung und theaterdramaturgisches Know-how ein.
Melanie Grün
Melanie Grün (Produktion) ist erfahrene Produzentin mit Stationen bei Brainpool, Paloma Pictures und FLOW Media. Sie verantwortete Formate wie „Ladykracher“, „Pastewka“ und „Queens of Comedy“ und brachte zahlreiche Comedy- und Dramedy-Erfolge ins deutsche Fernsehen. Mit einem besonderen Gespür für gesellschaftsrelevante Stoffe mit Haltung produziert sie heute vor allem diverse und innovative Serienformate für den Streaming- und TV-Markt.
Fassung 3 Kollektiv
Fassung Drei (Drehbuchkollektiv – Jana Forkel, Sophie Dittmer, Alexander Schmid) ist ein junges, mehrfach preisgekröntes Autor*innenkollektiv mit eigenem Blick auf Alltagskomik und Zwischenmenschliches. Insbesondere Jana Forkel konnte zuletzt als Head-Autorin von „Angemessen Angry“ einige Erfolge wie u. a. den Grimme-Preis einfahren.
Über die Un-Label Künstler*innen-Residenz
Die Künstler*innen-Residenzen von Un-Label bieten Kunstschaffenden mit Behinderung die Möglichkeit, eigene kreative Projekte umzusetzen und dabei gezielt unterstützt zu werden. Im Labor für inklusive Kultur (L.I.K.) in Köln-Neuehrenfeld entsteht ein zentraler Ort, an dem Künstler*innen mit Behinderung zusammenkommen, sich vernetzen und in einem inklusiven Umfeld arbeiten können. Neben finanzieller, personeller und logistischer Unterstützung liegt ein Fokus auf interdisziplinärer und intersektionaler Zusammenarbeit. Un-Label arbeitet zudem mit Netzwerkpartnerinnen zusammen, um Barrierefreiheit und die Förderung von Künstlerinnen mit Behinderung nachhaltig in der Kulturszene zu verankern.
