Unser Kreativ-Labor bringt ausgewählte nationale und internationale Expert*innen des inklusiven Kultursektors mit Kulturschaffenden aus Deutschland zusammen.

Infos /// Kosten /// Barrierefreiheit /// Referent*innen /// Programmdetails

INFORMATIONEN

Datum: Donnerstag, 07.05.2026, 14:00 Uhr bis Sonntag, 10.05.2026, 13:00 Uhr
Ort: Akademie der Kulturellen Bildung, 42857 Remscheid
Zielgruppe: Kunst- und Kulturschaffende aller Sparten, aus Häusern und der freien Szene.
Anzahl Teilnehmende: max. 25 – 30 TN
Gerne stellen wir nach dem Kreativ-Labor ein Teilnahme-Zertifikat aus.

REFERENT*INNEN

  • Jo Verrent, Leitung von Unlimited (UK)
  • Eyk Kauly, Schauspieler, Performer, Deaf Coach, Künstlerischer Leiter des Deutschen Gehörlosentheaters (D)
  • Dr. Kate Marsh, Tänzerin, Dozentin und Wissenschaftlerin (UK)
  • Laura Guthrie, Artist Development Manager, und Hana Pascal Keegan, Regisseurin, Autorin und Schauspielerin; Graeae Theatre Company (UK)

 

KÜNSTLERISCHE PRAXIS AUS BEHINDERTER PERSPEKTIVE

Im Kreativ-Labor 2026 widmen wir uns den Fragen: Wie prägen gelebte Behinderungserfahrungen künstlerische Praxis? Und welches Potenzial steckt in Disabled Leadership?

Dafür haben wir gleich mehrere internationale Größen aus Tanz und Theater eingeladen: Den Einstieg in die Thematik geben Jo Verrent, Leiterin der disabled-led Kunstorganisation Unlimited (UK) und Eyk Kauly (D), Schauspieler, Performer, Deaf Coach und Künstlerischer Leiter des Deutschen Gehörlosentheaters. Danach könnt ihr aus zwei Workshops wählen: Entweder zwei Tage Theater-Workshop mit Laura Guthrie und Hana Pascal Keegan von der international gefeierten, disabled-led Theaterkompanie GRAEAE (UK) oder zwei Tage Tanz-Workshop mit der behinderten Tänzerin, Dozentin und Wissenschaftlerin Dr. Kate Marsh (UK) mit über 20jähriger Expertise.

Die Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid, mitten in der Natur gelegen, verfügt über sehr schöne, großzügige, barrierefreie Veranstaltungsräume, in denen sich eure kollektive Kreativität im Austausch mit nationalen und internationalen Referent*innen und Kolleg*innen aus verschiedensten Perspektiven voll entfalten kann.

UNTERKUNFT:
Einzelzimmer oder Doppelzimmer mit Dusche
Vollverpflegung

SPRACHE:
Das Kreativ-Labor findet in gut verständlicher Deutscher und Englischer Lautsprache und Deutscher Gebärdensprache statt. 
Simultanverdolmetschung des gesamten Kreativ-Labors, siehe „Barrierefreiheit“. 

 

BARRIEREFREIHEIT: 

Alle Veranstaltungsräume sind barrierefrei. 
Die Akademie verfügt über eine begrenzte Anzahl an Einzel- und Doppelzimmern in unterschiedlichen Graden an Barrierefreiheit – Aktuell sind alle voll-barrierefreien Zimmer ausgebucht. Bei Interesse bitte zur genauen Absprache Deiner Bedarfe bei uns melden. 

Ein Ruheraum ist vorhanden.
Assistenzhunde sind willkommen.

Bei Bedarf stellen wir folgende Assistenzen zur Verfügung, bitte unbedingt bei der Anmeldung den Bedarf angeben:  

  • Professionelle Simultanverdolmetschung Englische Lautsprache – Deutsche Lautsprache
    • Durchgehend von Donnerstag bis Sonntag, NICHT für Workshop mit Dr. Kate Marsh (dort nur Peer to Peer Verdolmetschung)
  • Professionelle Simultanverdolmetschung Deutsche / Englische Lautsprache – Deutsche Gebärdensprache (DGS)
    • Durchgehend von Donnerstag bis Sonntag, NICHT für Workshop mit GRAEAE
  • Peer to Peer Audiodeskription
  • Arbeitsassistenz Mobilitätsassistenz vor Ort
  • Shuttle Service zwischen Bahnhof und Akademie

KOSTEN

UNKOSTENBEITRAG, inklusive Unterkunft und Vollverpflegungnach Selbsteinschätzung 

Kategorie 1: 210 € + VVK, z.B. Studierende, freiberufliche Künstler*innen
Kategorie 2: 250 € + VVK, z.B. Mitarbeitende freier Ensembles
Kategorie 3: 290 € +VVK, z.B. Angestellte großer Kulturinstitutionen

Bei Teilnahme mit eigener Assistenz ist deren Teilnahme kostenfrei.

Gerne stellen wir nach dem Kreativ-Labor ein Teilnahme-Zertifikat aus.

 

Für FRAGEN und weitere Informationen: 

Theresa Heußen (sie/ihr)
E-Mail: beratung@un-label.eu
Telefonisch: +49 (221) 5501544

Projektwebseite Access Maker – Innovationshub 

PROGRAMM

DONNERSTAG

Seminarzeit: 15:00 – 18:30 Uhr 

Führung übernehmen: Strukturen schaffen, in denen disabled led Kunst gedeihen kann
Keynote von Jo Verrent, Unlimited

In ihrer Keynote geht Jo Verrent der Frage nach, wie disabled led Kunst gedeihen kann. Welche Strukturen geben behinderten Künstler*innen die Möglichkeit, Werke unterschiedlicher Größe und Umfangs in Bezug auf Raum, Besetzungsgröße und Ambitionen zu realisieren? Was können Kulturorganisationen dafür tun, dass alle behinderten Künstler*innen gleichermaßen tätig sind und wie können sie vermeiden, einige gegenüber anderen zu bevorzugen? Und wie kann der Kultursektor dafür Sorge tragen, dass behinderte Künstler*innen ihre Arbeiten tatsächlich konsequent, kreativ und kohärent leiten können – von der Konzeption bis zur Aufführung? Welche Strukturen braucht Disabled Leadership, um fließend und regelmäßig stattzufinden?

Mehr als Inklusion: Taube Perspektiven, Machtstrukturen und Praxis im Theater
Keynote von Eyk Kauly

In seiner Keynote schärft Eyk Kauly das Verständnis für Regeln, Bewusstsein und besseren Austausch zwischen hörenden und Tauben Kulturschaffenden.
Wie bringen wir Taube und hörende Kolleg*innen an Häusern und in Kulturproduktionen zusammen und fördern Vernetzung und gegenseitige Einblicke in unterschiedliche künstlerische Arbeitsweisen? Mit Eyks Expertise als Deaf Coach, Schauspieler und Performer sowohl in Inszenierungen der Freien Szene als auch an diversen Theaterhäusern legt die Keynote einen besonderen Fokus auf die Zusammenarbeit im Theater sowie auf inklusive Proben- und Kommunikationsprozesse in gemischten Teams.
Dabei schöpft Eyk aus der eigenen Arbeitspraxis in Produktionsabläufen ebenso wie aus seinen umfangreichen künstlerisch-praktischen Erfahrungen mit ästhetischen Ausdrucksformen – darunter Gebärdensprachpoesie, Visual Vernacular, Visual Signing und dem Einsatz visueller Mittel.

FREITAG

Seminarzeiten: 9:30 – 12:45 Uhr / 15:00 – 18:15 Uhr  

9:30 – 10:00 Uhr
Start in den Tag mit Laura
Physisches Intro mit Laura Guthrie und Hana Pascal Keegan, GRAEAE

10:00 – 17:15 Uhr, inklusive Mittagspause 13:00 – 15:00 Uhr
Zwei parallele Workshops von Dr. Kate Marsh und Laura Guthrie sowie Hana Pascal Keegan, Graeae Theatre Company
Um eine intensive Arbeit in kleinen Gruppen zu gewährleisten, werden die zweitägigen Workshops von Dr. Kate Marsh und Laura Guthrie sowie Hana Pascal Keegan, Graeae Theatre Company parallel angeboten – die Teilnehmenden entscheiden sich bei Anmeldung, welchen Workshop sie besuchen möchten.

Verdolmetschung:
Workshop mit Kate Marsh: In Englischer Lautsprache.
Mit professioneller Simultanverdolmetschung Englische Lautsprache – Deutsche Gebärdensprache.
Angebot von Peer to Peer Verdolmetschung Englische Lautsprache – Deutsche Lautsprache

Workshop mit GRAEAE: In Englischer Lautsprache.
Mit professioneller Simultanverdolmetschung Englische Lautsprache – Deutsche Lautsprache

Im Chaos sein – Raum für Erkundungen und spielerische Experimente schaffen
Workshop mit Dr. Kate Marsh

Dieser praxisorientierte Workshop richtet sich an behinderte und nicht-behinderte Menschen aus dem gesamten Kunstspektrum und nutzt choreografische und kreative Aufgaben, um individuelle künstlerische Fragestellungen zu ergründen. Mit einem starken Fokus auf die Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden, wird durch Praxis ein Raum geschaffen, um Ideen auszutauschen und Wege der Zusammenarbeit auszuprobieren. Wir werden feiern, wie das Zusammensein in all unserer Gleichheit und Verschiedenheit ein spannendes und sicheres Umfeld für unsere Praxis schafft, fernab vom Druck, etwas „produzieren” oder unsere Ideen festigen zu müssen. Indem wir uns Fragen stellen und experimentieren, geben wir uns den Raum, Dinge auszuprobieren und „Chaos” willkommen zu heißen.

Ausgehend von Improvisation als Einstieg werden wir Gruppen- und Einzelaufgaben erkunden und uns dabei erlauben, uns von anderen bewegen und mitreißen zu lassen. Im Mittelpunkt des Workshops steht der individuelle Zugang, basierend auf dem Grundsatz, dass unsere Bedarfe oft nicht „feststehen”, sondern sich von Minute zu Minute, von Tag zu Tag ändern können. Wir werden Raum schaffen, damit jede*r genau dort an die Praxis anknüpfen kann, wo er*sie*they sich im jeweiligen Moment des Workshops befindet.

Theatrale Erforschung von disabled led Arbeitsweisen
Workshop mit Laura Guthrie und Hana Pascal Keegan, Graeae Theatre Company

Auf der Grundlage von Asethetics of Access (künstlerischer Barrierefreiheit) werden wir theatrale Forschungen darüber anstellen, wie disabled led Arbeitsweisen die Ergebnisse der Theaterarbeit beeinflussen.
Dazu werden wir sowohl mit bestehenden Theatertexten als auch mit Material arbeiten, das während des Workshops entwickelt wurde.
Der Workshop umfasst diskursive sowie praktische Erkundungen, die als Gruppe, in Kleingruppen und zu zweit durchgeführt werden.
Wir werden untersuchen, welchen Unterschied es in ästhetischer und kreativer Hinsicht macht, wenn wir behinderte Charaktere und behinderte Kunstschaffende in den Mittelpunkt der Arbeit stellen.
Zum Abschluss werden wir am Sonntag die in unserem Workshop gewonnenen Erkenntnisse präsentieren, uns austauschen und die Möglichkeit haben, einen Aufruf zum Handeln zu formulieren.

17:30 – 18:15 Uhr
Führung neu denken durch radikalen Zugang und Praktiken der Fürsorge – neue Modelle für den inklusiven Tanzsektor erkunden
Input von Dr. Kate Marsh

„Ich möchte mit dir zusammen sein. Wenn du nicht gehen kannst, dann möchte ich auch nicht gehen. Wenn wir zusammen reisen, gemeinsam politischen Raum teilen, gemeinsam eine politische Familie aufbauen, dann möchte ich mit dir zusammen sein.  Ich möchte, dass wir zusammen sind.“
Mia Mingus 2010 (frei übersetzt von Un-Label)

Dieser Input, der sich um Diskussionen dreht und alle Anwesenden zu Fragen und Provokationen einlädt, basiert auf Kates langjähriger Erforschung von Führung in der Tanz- und Behindertenlandschaft. Er regt an, unser Verständnis von Führung zu überdenken. Wie können wir beginnen, Führung als Teil unserer bereits bestehenden Praktiken zu verstehen und nicht als etwas, das wir ständig anstreben oder auf das wir warten müssen? Was wäre, wenn Führung kein „Job” oder eine Position wäre, sondern in unserem Tanzen, Schaffen, Gestalten und in unseren Gemeinschaften und der Art und Weise, wie wir zusammenkommen, bereits verankert ist?

Kate geht davon aus, dass sich behinderte Künstler*innen nicht verändern müssen, um zu leiten, dass sie sich nicht in eine vorgegebene Vorstellung davon „einfügen” müssen, was ein*e Leiter*in im Tanz ist, sondern dass behinderte Künstler*innen bereits über ein umfangreiches und reichhaltiges Wissen über Körper, Choreografie und Pädagogik verfügen und dass dieses Wissen das Potenzial hat, neue Arbeitsweisen und künstlerische Praktiken hervorzubringen.

Es wird Zeit geben, Ideen des radikalen Zugangs, der „Inklusion“ über Teilhabe hinaus und der autonomen künstlerischen Praxis zu erforschen, die besser wird, wenn wir Access als ein fließendes Phänomen verstehen, ‚Access clashes’ anerkennen und uns überlegen, wie wir mit ihnen umgehen können, damit alle Menschen&Gedanken berücksichtigt werden.

SAMSTAG

Seminarzeiten: 9:30 – 12:45 Uhr / 15:00 – 18:15 Uhr  

9:30 – 10:00 Uhr
Start in den Tag mit Kate
Physisches Intro mit Dr. Kate Marsh

10:00 – 17:15 Uhr, inklusive Mittagspause 13:00 – 15:00 Uhr
Im Chaos sein – Raum für Erkundungen und spielerische Experimente schaffen
Dr. Kate Marsh, Teil 2 des Workshops. Ankündigung siehe Freitag

Theatrale Erforschung von disabled led Arbeitsweisen
Laura Guthrie und Hana Pascal Keegan, Graeae Theatre Company, Teil 2 des Workshops. Ankündigung siehe Freitag

17:30 – 18:15 Uhr
„Aufstrebende“ Behinderte Künstler*innen zu engagieren, ist nichts Radikales
Input von Laura Guthrie, GRAEAE

Würdest du deine Organisation als eine Organisation bezeichnen, die Taube, Behinderte und neurodivergente Künstler*innen gleichbehandelt wie nicht behinderte Künstler*innen? Ist deine Organisation offen und ambitioniert, wenn es darum geht, behinderten Künstler*innen Wege zu ebnen, um über den Status „aufstrebend“ hinauszuwachsen?

Auf Grundlage ihrer sechsjährigen Erfahrung als Leiterin des Artist Development Programms von Graeae wird Laura ein Gespräch darüber anstoßen, wie veraltete Strukturen und Traditionen im britischen wie im deutschen Kultursektor einer solchen Gleichberechtigung entgegenstehen und wie wir gemeinsam Änderungen vorantreiben können.

SONNTAG

Seminarzeit: 9:30 – 13:00 Uhr 

Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops
Teilnehmende der Workshops präsentieren im Plenum ihre jeweiligen Arbeitsergebnisse und Haupterkenntnisse.

Question & Answers
Der abschließende Teil des Kreativ-Labors bietet viel Raum für Fragen der Teilnehmenden sowie weiteren gemeinsamen Transfer der Erkenntnisse auf die eigene Arbeit.

REFERENT*INNEN

UNLIMITED – JO VERRENT (sie/ihr) 

Unlimited ist eine britische Organisation, die behinderte Künstler*innen stärkt und außergewöhnliche künstlerische Projekte fördert, die bestehende Denkweisen in Frage stellen und gesellschaftliche Veränderung bewirken.
Die Arbeit von Unlimited stützt sich auf fünf Säulen: FÖRDERUNG, ENTWICKLUNG, UNTERSTÜTZUNG, VERNETZUNG und VERÄNDERUNG.

  • Unlimited BEAUFTRAGT behinderte Künstler*innen, um VERÄNDERUNGEN zu bewirken.
  • Unlimited UNTERSTÜTZT und FÖRDERT behinderte Künstler*innen und VERNETZT sie mit der Branche.
  • Unlimited UNTERSTÜTZT und FÖRDERT die Branche und VERNETZT sie mit behinderten Künstler*innen.

Unlimited wird unter Anderem vom Arts Council England (als Teil des National Portfolio), vom Arts Council of Wales, von Creative Scotland, vom British Council sowie der Paul Hamlyn Foundation gefördert.

Jo Verrent arbeitet in Kunst und Kultur auf strategischer Ebene mit nationalen Behörden zusammen und vertritt dabei die Überzeugung, dass Diversität die Kultur bereichert und Politik in konkrete Taten verwandelt werden muss.
Zu ihren künstlerischen Arbeiten zählen preisgekrönte Videoinstallationen (zusammen mit Luke Pell) und Sync (zusammen mit Sarah Pickthall), ein Transformationsprogramm, das die Wechselwirkungen zwischen Behinderung und Führung im Kultursektor untersucht. Jo wurde sowohl mit dem Cosmopolitan Woman of Achievement Award als auch mit einer ‚trophy for jam‘ ausgezeichnet. Sie ist Mitglied des Arts Fundraising and Philanthropy Oversight Committee, des National Council des Arts Council England und Clore-Stipendiatin.

EYK KAULY (er/ihm)

Eyk Kauly arbeitet als Outside Eye, Deaf Coach, Performer, Schauspieler, Künstler und in der Theaterpädagogik.

Eyk ist Taub und beherrscht die deutsche Gebärdensprache (DGS), die deutsche Lautsprachbegleitung (LBG) sowie die internationale Gebärdensprache (IS).
Nach dem Abitur arbeitete er in verschiedenen Projekten als Schauspieler, Performer und Gebärdensprachkünstler. Gemeinsam mit Susanne Tod coachte Eyk am Ernst-Deutsch-Theater Hamburg den inklusiven Jugendclub. Aktuell arbeitet er u.a. als Deaf Coach an der Kölner Oper. Seit 2023 leitet Eyk Kauly das Deutsche Gehörlosentheater.

Auf der Bühne war Eyk u.a. zu sehen in „Ein Sommernachtstraum“ (Regie: Michaela Caspar) und „Die taube Zeitmaschine“ (Produktion: Possible World) im Ballhaus Ost Berlin, am Deutschen Gehörlosentheater in den Inszenierungen „Diener zweier Herren“ (Regie: Zoe Xanthopolou) und „Die Hauptsache“ (Regie: Jeffrey Döring). Außerdem übernahm er Rollen in Inszenierungen, z.B. an den Münchner Kammerspielen („Tristan (und Isolde)“, Regie: Nele Jahnke), dem Staatstheater Hannover („Die Wut, die uns vereint“ von Finegan Kruckemeyer, Regie: Wera Mahne) und an der Kaserne Basel, Schweiz („Screening invisibilities“, Regie: Zino Wey). Am Schauspiel Leipzig spielt er mehrere Figuren in dem Stück „Altbau in zentraler Lage. Eine Schaueroper“ von Raphaela Bardutzky, Künstlerische Mitarbeit: Athena Lange, Regie: Salome Schneebeli.

GRAEAE – LAURA GUTHRIE (sie/ihr) & HANA PASCAL KEEGAN (sie/ihr)

Seit über 45 Jahren fördert und unterstützt Graeae die besten Talente unter Tauben, behinderten und neurodivergenten Kunstschaffenden auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.
Graeae hat es sich zur Aufgabe gemacht, künstlerische Neugier zu wecken, Barrierefreiheit voranzubringen und durch die Entwicklung wegweisender Theaterproduktionen eine Plattform für neue Künstler*innengenerationen zu schaffen. Zugleich versteht sich die Theaterkompanie als Menschenrechtsorganisation, die sich aktiven gegen soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung einsetzt.
Die Arbeiten von Graeae wurden in Stadien, Theatern, Schulen und auf Festivals aufgeführt und zudem online gestreamt. Zu den jüngsten Produktionen gehören Bad Lads, Romeo and Juliet, die preisgekrönten Stücke Self-Raising, High Times und Dirty Monsters, das mit dem UK Theatre Award ausgezeichnete Stück The Paradis Files, Kerbs, das für den Olivier Award nominierte Stück 10 Nights und zwei Staffeln des digitalen neuen Arbeitsprogramms Crips without Constraints. Weitere Arbeiten sind das erfolgreiche Ian-Dury-Musical Reasons to be Cheerful und das Freilichtspektakel The Iron Man und This Is Not For You. Neben Inszenierungen bietet Graeae auch ein umfangreiches Programm an Schulungen, Weiterbildungen und kreativen Angeboten zur beruflichen Weiterentwicklung an. Seit 1997 wird Graeae von Jenny Sealey OBE geleitet, die auch Co-Regisseurin der Eröffnungsfeier der Paralympics 2012 in London war.

Ausführende Geschäftsführung und Co-Geschäftsführung ist Kevin Walsh.

Laura Guthrie (sie/ihr)
Laura Guthrie ist eine behinderte Künstlerin mit über 34 Jahren Erfahrung im Theaterbereich. Sie ist Artist Development Managerin bei der Graeae Theatre Company, Co-Direktorin der Meander Theatre Company und arbeitete zuvor als Agent For Change bei Ramps On The Moon. Darüber hinaus war sie 20 Jahre lang Associate Artist beim Bamboozle Theatre sowie acht Jahre als kreative Vermittlerin und Tänzerin bei Carousel tätig. Laura ist ausgebildete Theaterdesignerin und hat im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Theaterproduktionen gemeinsam mit Tauben, behinderten und neurodivergenten Kunstschaffenden konzipiert, inszeniert und gestaltet. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Aufbau barrierefreier Strukturen für Theaterarbeit – unabhängig von den jeweiligen Arbeitskontexten. Sie führte Regie bei der Sheffield Crucibles Launchpad Show 2023 (Communitree) sowie bei der Launchpad Show 2024 (Total Ripple Effect). Zudem arbeitet sie regelmäßig als Beraterin für Barrierefreiheit und Trainerin für Disability Equality. Zu ihren bisherigen Klient*innen zählen unter anderem das Nottingham Playhouse, das Birmingham Rep, das Shanghai Childrens Arts Theatre, Bamboozle Theatre, Level Centre, Bold Text, Egg Box, Carbon, Ditto, Grizzly Bear, Major Labia, Orange Tree Theatre sowie New Perspectives Theatre Company.

Hana Pascal Keegan (sie/ihr)
Hana stammt ursprünglich von den Britischen Jungferninseln und arbeitet als Regisseurin, Autorin und Schauspielerin. In ihrer künstlerischen Arbeit widmet sie sich besonders Theaterstücken, die vielschichtige zwischenmenschliche Dynamiken sowie die Ausdruckskraft und Faszination des Körpers in den Mittelpunkt stellen.
Zuletzt konzipierte und inszenierte Hana am Almeida Theatre „Beyond Her Years“, ein Stück, das vier ikonische Werke miteinander verwebt.
Als Regieassistentin bzw. Co-Regisseurin arbeitete sie u. a. am Open Air Theatre Regent’s Park, am Old Vic, am National Theatre, beim Chichester Festival sowie am Bush Theatre und am Kiln.
Neben der Arbeit mit zeitgenössischen Klassikern und neuen Stücken im Kontext von Be-hinderung war sie zudem an Virtual und Mixed Reality-Produktionen am National Theatre beteiligt.
Ausgebildet bei Graeae, The Young Vic und dem Eugene O’Neill Center (USA), leitet sie regelmäßig Workshops zu Barrierefreiheit und Inklusion, führt Regie für das NYT und un-terrichtet Stückentwicklung an der Theatre Academy London.

DR. KATE MARSH (sie/ihr)
Dr. Kate Marsh ist eine behinderte Tanzkünstlerin und Kunstwissenschaftlerin sowie Assistenzprofessorin am Centre for Dance Research (C-DaRE) der Coventry University. Mit über 20 Jahren Erfahrung in Performance, Lehre und Forschung setzt sie sich in ihrer Arbeit mit Behinderung, Körperwahrnehmung und Führungsrollen im Tanz auseinander. Ihre Forschung bewegt sich häufig an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis und Technologie, unter anderem in Projekten zum KI-gestützten Co-Design von Prothesen sowie zu digitalen Interventionen im Kontext von Behinderung und Tanz.

Portrait von Jo Verrent. Eine weiblich gelesene kurzen hell-grauen Haaren, die ihr schräg über die Stirn fallen. Sie lächelt und trägt einen gelben Pullover und orangenen Schal um den Hals.<br />
Im Hintergrund einige grüne Zimmerpflanzen.
Potrait von Eyk Kauly. Eine männlich gelesene Peron, mit dunklem, zurückgebundenem Haar und dunklem Bart und Schnäuzer. Er trägt ein rotes T-Shirt und eine graue Hose mit dunklem Gürtel. Er steht locker mit einer Hand in der Hosentasche. Er trägt eine Kristall-Kette und einen silbernen Ohrring.
Potrait von Laura Guthrie. Pronomen sie/ihr. Weiße Frau mit kurzen lockigen blond-grauen Haaren, heller Brille. Sie trägt ein weißes T-Shirt mit Kragen und zwei Herzen auf der Schulter. Laura lächelt und schaut vor einem hellen Hintergrund nach rechts.
Hana Pascal Keegan (sie/ihr) Hana ist eine weiße Frau mit Zerebralparese und blondem Haar, das zu einem lockeren Knoten zusammengebunden ist. Sie trägt ein langärmeliges blaues Shirt und steht mit verschränkten Armen und einer Tasse in der Hand da, während sie Schauspieler*innen beobachtet, die außerhalb des Bildausschnitts eine Szene proben, und ihnen zulächelt.
Portrait von Kate Marsh. Eine weiblich gelesene Person, mit braunen Haaren, die ihr als Pony über der Stirn liegen. Sie lächelt und trägt eine hellblaue sportliche Jacke mit dunkelblauem Kragen und Streifen. Im Hintergrund ein parkendes Auto und einige grüne Pflanzen.

Die Referent*innen von links nach rechts: Jo Verrent, Eyk Kauly (©Steve Stymest), Laura Guthrie, Hana Pascal Keegan (©Johan Persson), Dr. Kate Marsh

Titelmotiv: © The Garden von graeae theatre company (Foto: Praca Maua, Grafik: Kai Kullen)

Das Kreativ-Labor findet im Rahmen des Projektes Access Maker – Innovationshub statt und wird gefördert von:

 

Logoleiste: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Beisheim Stiftung, Aktion Mensch, Stadt Köln Kulturamt