An öffentlichen Orten sollten sich alle Menschen orientieren können, oder? Leider ist das meistens nicht so: Leitsysteme werden oft nur visuell umgesetzt und schließen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsperspektiven aus.
Das will das Kooperationsprojekt „LABOR:leitsysteme“ von Un-Label, der TH Köln und dem Orangerie Theater ändern. Ein multisensorisches Leitsystem für das Areal des Orangerie Theaters soll zukünftig dafür sorgen, dass sich möglichst viele Menschen problemlos orientieren können. Am 16. Juni stellen die Studierenden ihre Prototypen der Leitsysteme im Orangerie Theater vor. Alle Interessierten sind herzlich zur Präsentation eingeladen.
Präsentation
16. Juni 2026 um 19 Uhr
Orangerie Theater Köln, Volksgartenstr. 25, 50677 Köln
Eintritt frei. Alle sind willkommen.
Über das LABOR
In vier Teams entwickeln Studierende der Studiengänge Integrated Design und Code & Context der TH Köln, begleitet von Access-Expert*innen mit Behinderungsperspektiven von Un-Label und den Bildungsfachkräften der TH Köln, Prototypen. Diese gehen weit über klassische Beschilderung hinaus: visuelle, haptische und auditive Elemente verbinden sich zu einem Orientierungssystem, das unterschiedliche sinnliche Wahrnehmungsmöglichkeiten anspricht und Bedarfe mitdenkt.
„Die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungsperspektive als Expert*innen für Barrierefreiheit und Wahrnehmung hat Implikationen nicht nur für eine inklusive Öffnung der Gestaltungspraxis, sondern auch der Hochschule.“
Die Ergebnisse werden nicht in der Schublade landen: Aus den Prototypen entsteht ein konkreter Förderantrag für die tatsächliche Umsetzung eines Leitsystems im Orangerie Theater. Möglich wird dies durch gewachsene Partnerschaften: Un-Label, die TH Köln, das Orangerie Theater und die Kämpgen-Stiftung arbeiten seit Jahren eng zusammen. Das Projekt ist bundesweit eines der ersten seiner Art: ein Reallabor, in dem Hochschullehre, Disability-Expertise und Theaterbetrieb mit ihrem jeweiligen Wissen direkt ineinandergreifen. Das entwickelte Modell ist auf andere Kulturhäuser übertragbar und soll als Blaupause für inklusive Leitsysteme in der Kulturszene dienen. Die Projektphase wird durch die Kämpgen-Stiftung innerhalb einer aktiven Partnerschaft ermöglicht, in der sich die Ressourcen aller Beteiligten synergetisch ergänzen und dient als Machbarkeitsstudie für die anschließende Realisierung. Ein Modell wirkungsvoller zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit, das klassische Förderlogik hinter sich lässt.
„Ziel ist eine konsequente Berücksichtigung der Vielfalt menschlicher Fähigkeiten als Ressource in der Gestaltung von Technologie.“
Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung am 16. Juni!


