[in]operabilities  – Opernlandschaft 

Fünf Personen sitzen um einen runden Tisch auf einer Bühne, eine Person steht mit erhobenen Händen, im Hintergrund ein Bild mit Wolken vor rotem Vorhang

Im Rahmen ihrer Residenz untersucht das Kollektiv [in]operabilities die „Aesthetics of Access“ im Musiktheater. Mit Fokus auf Beethovens Oper Fidelio erforschen sie neue Formen des vielsinnlichen Musizierens und Begegnens – zwischen Libretto, Partitur und Gebärdensprache. Was bedeutet Oper für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen? Welche Rolle kann sie heute für die Gesellschaft spielen? Das Kollektiv gastiert im Oktober 2025 für zwei Wochen im Studio des L.I.K. – Labor für Inklusive Kultur von Un-Label.

Über die Residenz

Das Kollektiv [in]operabilities forscht seit 2021 zu „Aesthetics of Access” im Musiktheater und sucht im Kanon und Kosmos der Oper nach Formen vielsinnlichen Musizierens und Sich-Begegnens – nach kollektiven und individuellen „opera-abilities“. Basierend auf der Annahme, dass barrierefreie Angebote im Opernhaus noch vornehmlich als “Inklusions-Services” konzipiert werden, besuchen und untersuchen sie während der Residenz die Oper, tragen die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, initiieren kritische, künstlerische und vielsinnliche Dialoge und kreieren so eine multiperspektivische Evaluation: Wie wirkt das Gesamtkunstwerk Oper bei Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen? Wie kann man zugängliche Opern erschaffen? Wie können neue Zugänge zur Oper aussehen?

Mit der Überschrift “Opernlandschaft” nimmt sich das Team die Oper als Institution vor und kommt darüber ins Reflektieren über die eigenen Formen, ins Experimentieren und in die Entwicklung neuer Formen. Anhand der Oper “Fidelio” des spätertaubten Komponisten Ludwig van Beethoven verfeinern und vertiefen sie ihre Praxis des “vielsinnlichen Musizierens”: Wie kann die starre Vorlage von Libretto und Partitur in Gebärdensprache übermittelt werden, sodass mehr als eine Übersetzung entsteht – vielmehr ein künstlerisches Original? Wie können gebärdensprachliche Poesien und Ästhetiken wiederum für ein blindes Publikum zugänglich gemacht werden? Und was bleibt dabei von Beethoven übrig? Diesen Fragen zwischen Kanon und Kreation möchte [in]operabilities im Rahmen der Residenz nachgehen und ihre eigene „Opernlandschaft“ vermessen.

Die Residenz ist Teil der Produktionsentwicklung von „Fidelio“, einer Produktion von [in]operabilities in Koproduktion mit Kampnagel Hamburg, Gare du Nord Basel, Radialsystem Berlin und Un-Label. Gefördert wird das Projekt vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Behörde für Kultur und Medien Hamburg sowie der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Showing / Open Studio

Am Donnerstag den 09.10. laden [in]operabilities um 16 Uhr zum Open Studio ein und freuen sich über interessierte Besucher*innen.

Um was geht’s? [in]operabilities forschen und experimentieren mit verschiedenen Formen “vielsinnlichen Musizierens“. Ist Musik wirklich nur zum Hören da?  Wie können wir Musik, Audiodeskription und Gebärdensprachpoesie miteinander verbinden? Wie lassen sich Audiodeskriptionen musikalisch und sinnlich gestalten?

Im Rahmen eines Open Studios möchten ein paar Versuche mit euch teilen!

📅 Wann? Donnerstag, den 09.10.2025 – 16-18 Uhr

📍Wo? L.i.K. Labor für inklusive Kultur, Un-Label, Hosterstraße 1-5, 50825 Köln-Ehrenfeld

Access: Dolmetscher*innen für Deutsche Gebärdensprache und Deutsch sind vor Ort. Infos zur Anreise zu Un-Label findet ihr hier.

Künstler*innenkollektiv

Drei sitzende Personen und eine stehende Frau mit langem dunklem Haar in einem nebligen Bühnenbild

[in]operabilities

[in]operabilities ist ein vielstimmiges und interdisziplinäres Musiktheater-Kollektiv aus Hamburg, Berlin und Zürich. In Musiktheaterproduktionen und Workshops verknüpfen die Künstler*innen die Kunstform Oper mit der Frage nach ihrer Zugänglichkeit und forschen zu Aesthetics of Access. Im Kanon und Kosmos der Oper suchen sie nach Formen vielsinnlichen Musizierens und Sich-Begegnens – nach kollektiven und individuellen »opera-abilities«. In Rahmen der Residenz „Opernlandschaft“ bei Un-Label forschen und arbeiten zusammen in Köln; die Schauspielerin Athena Lange, die Access Dramaturgin und Theatervermittlerin Susanne Tod, die Autorin, Performerin, Kunst- und Literaturvermittlerin Gunda Schröder, die Sängerin Marie Sophie Richter, der Regisseur Benjamin van Bebber, die Dramaturgin Franziska Henschel, die Kuratorin, Dramaturgin und Kulturproduzentin Jeanne Charlotte Vogt, die Tänzerin und Choreografin Sophia Neises, die Audiodeskriptions-Expertin Caro Jüngst, der Komponist Leo Hofmann und der Theatermacher Emil Leske.
https://inoperabilities.net/

Über die Un-Label Künstler*innen-Residenz

Die Künstler*innen-Residenzen von Un-Label bieten Kunstschaffenden mit Behinderung die Möglichkeit, eigene kreative Projekte umzusetzen und dabei gezielt unterstützt zu werden. Im Labor für inklusive Kultur (L.I.K.) in Köln-Neuehrenfeld entsteht ein zentraler Ort, an dem Künstler*innen mit Behinderung zusammenkommen, sich vernetzen und in einem inklusiven Umfeld arbeiten können. Neben finanzieller, personeller und logistischer Unterstützung liegt ein Fokus auf interdisziplinärer und intersektionaler Zusammenarbeit. Un-Label arbeitet zudem mit Netzwerkpartnerinnen zusammen, um Barrierefreiheit und die Förderung von Künstlerinnen mit Behinderung nachhaltig in der Kulturszene zu verankern.

Drei farbige Kreise überlappen. Daneben steht " L.I.K. Labor für inklusive Kultur"